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Aktuelles - Archiv - Oktober 2026 |
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Abschied vom Deichgrafen
In diesen Tagen müssen wir Abschied nehmen von Dipl.-Ing. Hans-Peter Trömel, der uns am 11. Januar 2024 für immer verlassen hat. Aus Riesa stammend kam
er 1959 nach Bad Freienwalde und absolvierte hier eine Lehre als Wasserbaufacharbeiter. Anschließend studierte er in Magdeburg und Dresden, wo er an der
Technischen Universität den Abschluss als Diplom-Ingenieur für Wasserwirtschaft erwarb. Die längste Zeit seines Berufslebens wirkte er als Flussbereichsleiter
für den Flussbereich Bad Freienwalde, zu dem das gesamte Oderbruch gehörte. Nach der Wiedervereinigung erfüllte er die gleichen Aufgaben, nur dass seine
Dienstbezeichnung ab 1992 "Leiter der Nebenstelle Bad Freienwalde (Oder) des Landesumweltamtes Potsdam" lautete. Seine Arbeitsstätte war und blieb bis
zum Eintritt in den Ruhestand im Jahre 2006 das Deichhaus in der Bad Freienwalder Goethestraße. Große Verdienste erwarb er sich während der Oderflut
im Sommer 1997, als er entscheidend dazu beitrug, eine drohende Überschwemmungskatastrophe zu verhindern. Dafür verlieh ihm Bundespräsident Roman Herzog
am 7. Juli 1998 das Verdienstkreuz am Band des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In jenen Tagen, in denen er sich höchstes Ansehen in der
Öffentlichkeit erwarb, legte man ihm den inoffiziellen Ehrentitel "Deichgraf" bei, auf den er stolz war.
Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte er sich jahrelang als SPD-Stadtverordneter für die Interessen unserer Kurstadt, war ehrenamtlich für den
Natur- und Umweltschutz in unserer Heimat tätig und betreute den Geologischen Lehrpfad in Altranft. Außerdem gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des
Oberbarnimer Kulturvereins und war seit 1990 dessen stellvertretender Vereinsvorsitzender.
Schon seit Anfang der 1970er Jahre wirkte er im Beirat des Oderlandmuseums mit, weil er sich für die Geschichte des Oderbruchs interessierte, über die
er viele interessante Beiträge im Bad Freienwalder Heimatkalender veröffentlichte. Bis zuletzt war er auch Mitglied in dessen Redaktionskollegium.
Seit 2004 wirkte er als Vorsitzender des Stiftungsrates der Albert Heyde Stiftung, deren Entwicklung er maßgeblich förderte. Als aktives Mitglied im
Museumsbeirat, später Freundeskreis des Oderlandmuseums, unterstützte er ein halbes Jahrhundert lang mit seinen fundierten Kenntnissen aus Natur und
Geschichte die Arbeit des Museums. Mit seinem Tod verlieren die Stiftung und das Oderlandmuseum einen treuen Freund, der allseits beliebt war und uns
in seiner zugewandten Art stets hilfreich zur Seite stand. Voller Dankbarkeit werden wir das Andenken an ihn wachhalten.
Ein ausführlicher Nachruf wird in der nächsten Ausgabe des Bad Freienwalder Heimatkalenders für 2025 veröffentlicht.
Im Namen der Stiftung: Reinhard Kampmann, Ralf Lehmann, Hartmut Raeck, Veronika Nawin und Reinhard Schmook
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Text: R. Schmook, Foto: H. Lauter
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