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Aktuelles - Archiv - Oktober 2026 |
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Buchvorstellung: "700 Jahre Bad Freienwalde (Oder) - Geschichte der ältesten Kur- und Badestadt in Brandenburg"
Am Donnerstag Nachmittag, dem 30. Juni, wurde im Bad Freienwalder Rathaus vor mehr als 40 interessierten Zuhörern die
anlässlich des Stadtjubiläums von der Albert Heyde Stiftung herausgegebene illustrierte Stadtchronik "700 Jahre Bad Freienwalde
(Oder) - Geschichte der ältesten Kur- und Badestadt in Brandenburg" vorgestellt. Nach Begrüßung durch den Stadtverordnetenvorsteher
Jörg Grundmann, der auch das Vorwort geschrieben hat, und den Stiftungsratsvorsitzenden Hans-Peter Trömel stellte der Autor
Dr. Reinhard Schmook anhand einer Auswahl der abgedruckten Bilder sein Buch vor, das als Band 5 der Heimatkundlichen
und regionalgeschichtlichen Schriften der Albert Heyde Stiftung im Geiger Verlag Horb am Neckar erschienen ist.
In 13 Kapiteln, die den wichtigsten Zäsuren in der Freienwalder Stadtgeschichte folgen, wird die Entwicklung der Stadt von einer
unbedeutenden Handwerkersiedlung mit Mediatcharakter zur ältesten Kur- und Badestadt Brandenburgs nachgezeichnet.
An einem viel benutzten Handelsstraßen-Übergang über die Oder entstand Anfang des 13. Jahrhunderts die deutsche Kaufmannssiedlung
Freienwalde, die 1316 in einer Choriner Übereignungsurkunde erstmals als "Vrienwolde" erwähnt wird.
Mit der Entdeckung heilkräftiger Quellen im oberen Brunnental setzte gegen Ende des 17. Jahrhunderts ein allmählicher Aufschwung
ein, der mit der Gründung des Freienwalder Gesundbrunnens durch den Landesherrn, den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von
Brandenburg, im Jahre 1684 begann. Über 100 Jahre später besuchte 1788 König Friedrich Wilhelm II. Stadt und Gesundbrunnen.
Danach stellte er umfangreiche Finanzmittel für den Ausbau des Bades zur Verfügung. Infolge dieser wirksamen finanziellen
Unterstützung kam es in Freienwalde zu einer wirtschaftlichen und kulturellen Blütezeit, die das gesamte Stadtbild bis heute prägt.
Seit 1790 hielt sich Königin Friederike Luise, Gemahlin König Friedrich Wilhelms II., in den Sommermonaten regelmäßig in
Freienwalde auf. Am Hang eines ehemaligen Weinberges ließ sie sich einen Konzert- und Theaterpavillon errichten, das so genannte
Teehäuschen. Gleichzeitig verschönerte sie sie pittoresken Gegenden um die Stadt durch den Bau von Lusthäuschen, Parkarchitekturen
und einem ausgedehnten Wanderwegenetz. 1798/99 erbaute der namhafte Baumeister David Gilly am Hang des Weinberges für die
Königin ein Sommerschloss, das zu den Kleinodien preußischer Landbaukunst des Klassizismus zählt. Es wurde 1909 von dem
Industriellen, Schriftsteller und späteren Politiker Walther Rathenau erworben und im Stil der Erbauungszeit restauriert.
Heute ist das restaurierte Schloss Freienwalde ein Erinnerungsort an den 1922 von Republikfeinden ermordeten Reichsaußenminister.
In einer ständigen Ausstellung werden Leben und Werk des großen Deutschen gezeigt.
Seit 1925 darf Freienwalde den Zusatz "Bad" im Stadtnamen führen. Damals florierten Fremdenverkehr und Badebetrieb wie nie
zuvor. Bad Freienwalde war bevorzugter Erholungsort des Berliner Mittel- und Kleinbürgertums, besonders auch jüdischer Kaufleute.
Zimmervermietung und Betreuung der Kurgäste entsprachen europäischem Standard. Diese erfolgreiche Ära endete in der Anfang
1933 beginnenden Nazizeit, als zuerst keine Juden mehr kommen durften und dann bei Kriegsausbruch der Kur- und Badebetrieb
gänzlich eingestellt werden musste.
Das Ende des Zweiten Weltkrieges überstand Bad Freienwalde ohne größere Zerstörungen, doch die bürgerliche Welt des kleinen
Badeortes war für immer untergegangen. Der Gesundbrunnen firmierte fortan als "Moorbad der Werktätigen", in dem vor allem Kumpel
der Lausitzer Braunkohlenbergwerke Heilung bzw. Linderung erfuhren. Gegen Ende der DDR waren seine Einrichtungen stark verschlissen
und veraltet.
Nach der Wiedervereinigung gelang es, mit der Allgemeinen Hospitalgesellschaft Saarbrücken einen Investor und Betreiber der
Kureinrichtung zu finden, dessen mit Millionenaufwand errichteter und 1994 eingeweihter Klinikneubau den Fortbestand des Bades
bis heute ermöglichte. Inzwischen ist die moderne Fachklinik als Akt der Zukunftssicherung eine Einrichtung der Krankenhaus
Märkisch-Oderland GmbH geworden, in der der Landkreis Märkisch-Oderland Mehrheitsgesellschafter ist. Das seit 1840 als
staatlich anerkanntes Heilmittel angewandte Moor wird bei Amalienhof im Oderbruch gewonnen, wo die Vorräte noch für Jahrhunderte
reichen werden.
Nach Erfüllung weitreichender Auflagen erhielt Bad Freienwalde im Dezember 2003 das Prädikat "Staatlich anerkanntes Moorheilbad",
was eine enorme Aufwertung und Steigerung des Ansehens bedeutete. Außerdem ist die Stadt Mitglied der Arbeitsgemeinschaft
von 31 brandenburgischen Städten mit historischen Stadtkernen. Das schlug sich in einer nie dagewesenen Verschönerung des
Stadtbildes nieder. Im Zuge der Stadterneuerung der letzten 25 Jahre sind die denkmalgeschützte Altstadt, das Schlossanwesen
und das Moorbad in alter Schönheit und neuem Glanz wiedererstanden.
Im Jubiläumsjahr 2016 hat Bad Freienwalde mit allen sechs Ortsteilen ca. 12.300 Einwohner, die eigentliche Stadt ca. 7.750.
Im Jahre 1989 lebten in der Kernstadt noch ca. 11.000 Menschen! Dem weiteren Rückgang der Einwohnerzahlen muss durch
sinnvolle und realistische Wirtschaftsförderung, zu der auch der Tourismus und der Kurbetrieb gehören, entgegen gewirkt werden.
Was die Zukunft bringt, wissen wir nicht. Es sind aber von allen Verantwortlichen und auch von jedem Bürger der Stadt große
Anstrengungen nötig, damit unsere hübsche alte Kur- und Badestadt ein lebens- und liebenswerter Ort zwischen Bruch und Barnim
bleibt. In dieser Hoffnung und Zuversicht sowie im Vertrauen darauf, dass unsere Nachkommen an die positiven Elemente der
Stadtentwicklung anknüpfen werden, wollen wir das 700-jährige Jubiläum unserer Heimatstadt mit unseren Gästen freudvoll feiern.
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Die Stadtchronik kostet 18,90 Euro und ist u. a. in der Buchhandlung "Bücherfreund",
in der Tourist-Information und im Oderlandmuseum käuflich zu erwerben. Auf Wunsch signiert der Autor gern das erworbene Buch.
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| Text: R. Schmook |
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